Das Projekt Chancenpatenschaften wird im Rahmen des Bundesprogramms "Menschen stärken Menschen" in Trägerschaft des Bundesverbands Deutscher Stiftungen e.V. gefördert.

Anlage 14 Logoleiste CH PS 2020 Querformat

Patenschaft und Freundschaft

Erika Schuster und Heidelinde Regestein haben sich vor ca. 15 Jahren bei einer gemeinsamen Bekannten das erste Mal getroffen. Zunächst entstand daraus noch nichts weiter. Dann begegneten sie sich wieder in der ZeitOase Torgau. In der ZeitOase treffen Menschen, die Begegnung suchen auf solche, die Freude daran haben, sich um andere zu kümmern. Durch die regelmäßigen Treffen in der Gruppe lernten sie sich besser kennen und stellten fest, dass sie ähnliche Interessen haben: Garten, Denk-Spiele und Lesen.

Nach dem Tod ihres Mannes lebte Frau Schuster allein. Sie wünschte sich mehr unter Leute zu kommen. Frau Regestein ist seit langem eine der ehrenamtlichen Zeit-Stifter:innen in der ZeitOase Torgau. Beim Engagement als Mentorin für andere spürt sie, wie ihr das selbst gut tut und ihr eigenes seelisches Wohlbefinden stärkt. Der Schritt zum Abschluss einer Patenschaftsvereinbarung war für beide dann irgendwann eine logische Konsequenz. In den Zeiten des Lockdown erwies sich die Patenschaft als wichtige Verbindung zur Außenwelt. Neben kleinen Besorgungen und Nachfragen entwickelte sich die wöchentliche Einladung ins Gartengrundstück von Heidi zum Höhepunkt im Wochenrhythmus. So konnten sie sich mit Abstand nahe sein, kamen raus aus den eigenen vier Wänden und beim Spielen und Kaffee trinken auf andere, gute Gedanken.

Heute sagen beide Frauen „Aus unserer Beziehung hat sich eine echte Freundschaft entwickelt.“ „Wir können über Gott und die Welt plaudern. Dieses Vertrauen und Verständnis füreinander erleben wir als Geschenk.“ Dass Patenschaften keine Einbahnstraße sind, dafür sind Erika und Heidi ein guter Beweis. „Geteilte Freude ist doppelte Freude und geteiltes Leid, ist halbes Leid“ fasst Frau Schuster zusammen. Und diese Verbundenheit wünschen sie sich noch für viele Jahre.

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Von der Mentorin zum Mentee

Vor drei Jahren noch war Margarete Muthmann (86) aktive Zeit-Stifterin in der ZeitOase. Kaum ein Mittwochstreffen fand ohne sie statt. Eine liebevoll gedeckte Kaffeetafel, dekoriert mit Blumen aus dem eigenen Garten bereitete sie jahrelang zur Freude anderer in der ZeitOase Magdeburg. In großer Fürsorge und Treue kümmerte sie sich um alle Teilnehmenden an den Stiftungstreffen und auch um alte und kranke Nachbarinnen und Freundinnen.

Seit über einem Jahr lebt sie nun nach einer schweren Erkrankung selbst in einer betreuten Wohngemeinschaft. Sie braucht Hilfe bei den alltäglichen Dingen. Zu den Treffen in die ZeitOase kann sie nur selten kommen. Doch durch die Patenschaft mit Monika Zimmermann (75) hat sie den „Draht“ zur Gruppe der ZeitOase behalten. Und durch die Patenschaft mit Monika auch eine freundschaftlich verbundene Mentorin an der Seite, die sie bereits über Jahre und auch in anderen Situationen als der jetzigen kennt. „Immer war ich für andere da“, so sagt sie. „Nun brauche ich selbst so viel Hilfe und Zuwendung.“ Monika besucht Margarethe regelmäßig, bringt ihr Blumen aus dem Garten, backt Kuchen und geht nach Möglichkeit auch mit ihr spazieren. Jede Woche macht sie sich auf den weiten Weg durch die ganze Stadt und ist für Margarethe das Tor zur Außenwelt - besonders während der noch stärker eingeschränkten Kontaktmöglichkeiten in der Corona-Zeit.

Anderen Menschen Zeit und schöne Gaben zu schenken ist, was beide Frauen in ihrem Leben viel und gern getan haben. Dieses Selbstverständnis als Zeit-Stifter:innen und Unterstützer:innen verbindet sie. In den letzten Monaten und im Zuge der Patenschaft stellt das Leben nun eine andere Lektion insbesondere für Margarethe bereit. Es gilt nun mit eingeschränkten Begegnungsmöglichkeiten zurecht zu kommen sowie Zuwendung und Unterstützung annehmen zu können.

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Verpatete Schwesternschaft

Barbara Litzelmann und Maria Beuchel sind Schwestern, 76 und 77 Jahre alt. Maria lebt seit einigen Jahren im Pflegeheim. Sie hat keine Kinder. Der Umzug dorthin fiel ihr sehr schwer. Sie selbst hat als Krankenschwester gearbeitet und ist aufgrund der Parkinsonerkrankung nun stets auf fremde Hilfe angewiesen. Barbara lebt innerhalb ihrer Großfamilie eng mit Kindern und Enkeln zusammen.

Neben der familiären Verbindung gibt es für die beiden ein enges Miteinander durch die Aktivitäten in der ZeitOase der Diehl-Zesewitz-Stiftung. Das Zusammensein von Dank-und Zeit-Stifterinnen in der ZeitOase bringt selbst in ursprünglich verwandtschaftliche Beziehungen eine neue Dimension. Die äußeren Rahmenbedingungen in der Gruppe und das Geländer, das patenschaftliche Beziehungen bieten, machen Vieles leichter oder überhaupt erst möglich.

In der Zeit der Pandemie war die Stiftungsgruppe kreativ im Umgang miteinander. „Fenstern“ kennen wir sonst in einem anderen Zusammenhang. Für Maria und Barbara war es eine tolle Möglichkeit in Zeiten des strengen Lockdown, die so einige Nachahmer:innen fand. Eine gelebte Patenschaft von fast gleichaltrigen Schwestern ist nicht alltäglich. Schön, wenn das gelingt und für beide - trotz der unterschiedlicher Rollen - wertvolle gemeinsame Zeit entsteht.

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6.-9. September 2019 Zeit-Stifter:innen-Treffen in Cuxhaven

Rund um die Feier des 5-jährigen Bestehens der ZeitOase Cuxhaven am 7.9. trafen sich vom 6.-9. September ZeitStifter:innen aus allen ZeitOasen der Stiftung in Cuxhaven. Im Stella maris fanden die Stiftungsgruppen als Angehörige einer gemeinnützigen Organisation eine preiswerte Unterkunft und hatte einen großen Saal für die gemeinsame Arbeit zu Verfügung. Mit dabei waren 8 Zeit-Stifter:innen aus der ZeitOase Magdeburg, 14 Zeit-Stifter:innen aus Torgau, 7 Zeit-Stifterinnen aus dem Salzatal und 9 Zeit-Stifter:innen aus Cuxhaven. Mit Koordinatorinnen und Vorstand waren in Spitzenzeiten 44 Engagierte der Stiftung zum gemeinsamen Austausch versammelt.

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Ob mit Bahn oder per Auto: Für die ZeitOasen Magdeburg, Salzatal und Torgau waren bereits die An- und Abreise ein Erlebnis als Gruppe.

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Gemeinsam unterwegs mit dem Reisebus: Die Zeit-Stifter-Beutel mit dem Proviant waren überall präsent; ob am Ausstieg an der „Alten Liebe“ oder beim Laufen durch das Watt an der Kugelbake. Die Feier des Jubiläums fand im Saal der Martinsgemeinde in Cuxhaven statt, weil in der ZeitOase kein Platz für so viele Gäste gewesen wäre.

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Links: Begrüßung durch das Cuxhavener Team / Rechts: Norbert Diehl mit Herrn Traub von der Weserpflege

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Links: Koordinatorinnen und Vorstand / Rechts: Zeitstifterinnen der ZeitOase Cuxhaven

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Nach Programmeinlagen, Geschichtlichem und vielen Dankeschöns (und natürlich reichlich Essen und Trin- ken) sangen Dank- und Zeit-Stifter:innen mit ihren Gästen fast vier Stunden Volksweisen und Seemannslieder.

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Am Sonntag blieb Zeit für das Meer - das einige zum ersten Mal im Leben sahen. Viele Zeitstifter:innen erlebten erstmals einen Spaziergang durch Watt!

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