„Ich bin … von Beruf Erzählerin und Bildende Künstlerin. Für das Puppentheater Magdeburg arbeite ich seit 2006, inzwischen sehr gern als Gast.
Ich könnte mir vorstellen, dass die Menschen, die zu Ihnen kommen, auch Freude an Märchen, Mythen und Geschichten haben.“
Mit diesen Worten stellte sich Marianne Fritz Mitte März bei mir vor. Ob das wohl ankommt, eine Märchenstunde für ältere Menschen?
Sehr gespannt erwarteten wir Frau Fritz am Montag, den 22. Mai in der ZeitOase.
Nach der üblichen Kaffeerunde folgten wir ihr dann in eine andere Welt, vergaßen Raum und Zeit und alles das, was uns gerade umgab.
In mehreren kleinen Schachteln befanden sich Lose, auf welchen jeweils der Name eines Märchens geschrieben stand. Für diesen Nachmittag hatte sie eine Auswahl von uns bekannten und auch nicht bekannten Grimm‘schen Märchen mitgebracht. Einige dieser Lose wählten wir aus. Und dann durften wir lauschen …
Es gehört zu ihrer Kunst, ein Märchen nicht mit „Es war einmal …“ zu beginnen. Mit ihrer besonderen Darstellungsart gelang es ihr, uns selbst am Geschehen teilhaben zu lassen, also ein wenig auch zu Märchenfiguren zu werden. Uns lief förmlich das Wasser im Mund zusammen, als wir vom süßen Brei erfuhren, der auf Herd in der Küche fort und fort gekocht wurde und sich im ganzen Städtchen verteilte. Den Froschkönig hörten wir quaken, als er um die Gunst der Prinzessin warb. Wir machten Bekanntschaft mit der klugen Gretel und mit Schornsteinfegers Jungen, von denen wir vorher noch nichts wussten.
In den kleinen Märchenrollen waren sozusagen wahre Perlen für uns versteckt in Form von gut gewählten Worten und den stets dazu passenden Gesten.
Habe ich diejenigen neugierig gemacht, die an diesem Nachmittag nicht dabei waren?
Dann lade ich heute schon zur nächsten Märchenstunde ein. Frau Fritz hat uns versprochen, dass sie gern wieder kommt. Wir danken ihr herzlich und wir freuen uns darauf! M. Diehl
Hier können Sie einen kleinen Einblick in die Arbeit unserer ZeitOasen gewinnen.
Es war einmal ...
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Der Himmel geht über allen auf
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Diesen Kanon sangen die Gottesdienstteilnehmenden am Himmelfahrtsvormittag in der Kreuzkapelle.
In diesem Jahr fuhren wir nicht hinaus ins Weite. Angelehnt an Goethes Worte blieben wir am 18. Mai hier in unserer gewohnten Umgebung, denn „das Gute liegt so nah“.
Die frohe Botschaft aus dem Gottesdienst war spürbar für uns im weiteren Beisammensein an diesem sonnigen Frühlingstag.
Wir ließen uns mit Waldmeistermaibowle verwöhnen, die Reinhard Adamski extra für uns bereitet hat. Bernhard Beier sorgte als Grillmeister für reichlich Würstchen, Käse und Gemüsespieße. Danke sagen wir an dieser Stelle auch allen Bäckerinnen und Salatbereiterinnen, die uns mit ihren Gaben sehr verwöhnten.
Zum ersten Mal in diesem Jahr konnten wir die Tür zum Garten weit öffnen. Und als zur Kaffeezeit dann Wolfgang Zacharias mit seiner Drehorgel überraschend zu Besuch kam, da ging der Himmel nicht nur über, sondern auch in uns auf.
Das Gute lag wirklich nah. Vielen Dank für alle Hilfe an diesem Tag und für das Mitfeiern.
Es war ein wunderbares Fest. M.Diehl
Frühlingsgeflüster
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„Nun will der Lenz uns grüßen“ – endlich ist er nicht nur draußen sichtbar, sondern auch spürbar für uns. Alles grünt und sprießt, die Vögel zwitschern. Da erwacht in uns allen doch alljährlich ein Entzücken und manchmal halten wir inne und werden ganz still, um die lauen Lüfte und süßen Düfte von Herzen genießen zu können.
Von anderen Tönen mitten im Frühling darf ich aus der ZeitOase berichten.
Am 19. April kochten wir uns gemeinsam eine Frühlingssuppe, die wir dann auch gemeinschaftlich auslöffelten. Und ganz still ist es bei uns weder beim Bereiten der Speisen noch beim Essen!
Was wäre ein Frühling ohne die Lieder, welche von Hoffnung und Wärme, von Musik und Tanz erzählen?
Frau Rosemarie Reek brauchten wir am 3. Mai nicht zu betteln – im Gegenteil, sie setzte sich wie so oft nach einem gemütlichen Kaffeetrinken gerne ans Klavier und erfreute uns mit den Melodien, die wir mitsingen oder mitsummen konnten oder uns einfach in Schunkellaune versetzten.
Wenn wir aus dem Bischof-Weskamm-Haus einige Bewohner:innen zum Stiftungsnachmittag abholen, dann machen einige von uns gleichzeitig dabei auch immer eine kleine Spazierfahrt, entweder im Rollstuhl oder im Auto.
Zu einem Frühlingsspaziergang der besonderen Art hatten die Mitarbeiterinnen der Freiwilligenagentur Katja Rink und Janina Schurich-Wishet am 10. Mai einige Menschen eingeladen, die Interesse an ehrenamtlicher Arbeit haben. Einige ausgewählte Einrichtungen mit sozialem Engagement besuchten sie auf ihrer Tour. Dabei lernten sie nicht nur einen Stadtteil von Magdeburg besser kennen, sondern sie bekamen auch einen Eindruck von der Arbeit, die Menschen für Menschen in diesem westlichen Stadtgebiet tun. In der ZeitOase durften wir sie zum Abschluss ihrer Entdeckungsreise begrüßen. Frühlingsgeflüster?
Nein, es wurde wahrlich nicht leise gesprochen an diesem Nachmittag. Es entwickelten sich zwar sofort kleine „Murmelgruppen“. Aber letztlich war es ein lautes und fröhliches Erzählen mit viel (Zeit)Raum auch zum Übersetzen, denn wir befanden uns wieder einmal in einer ganz internationalen Gemeinschaft mit Frauen und Männern aus Syrien, aus Mexiko und aus der Ukraine. Wir erlebten, wie klein die große Welt ist und wie wohl uns das Miteinander tut.
Sprachbarrieren hinderten uns keineswegs am gegenseitigen Kennenlernen. Der gedeckte Tisch war der Mittelpunkt unseres Treffens. Gemeinsam feierten wir spontan ein Frühlingsfest – natürlich wieder mit den passenden Liedern unter der Begleitung von Frau Reek.
Frühlingsgeflüster? Ja, ich hörte leises Sehnen und Hoffen für gutes Wachsen und Gedeihen der Früchte, die wir zum Leben brauchen. Und unser stiller Wunsch darf gern ein lauter Ruf werden, wenn wir einander verstehen und in Frieden leben wollen. M. Diehl
Wenn es Ostern wird
- Kategorie: Aktuelles Magdeburg
Wenn ein Hasenchor singt,
wenn Bommelküken piespen,
wenn ein Filzhuhn gackert,
wenn ein Wollschäfchen Schokoeier hütet,
wenn Menschen mit Gedanken, Worten, Händen und Füßen etwas für uns tun,
dann treffen sie mitten in unser Herz.
Wie gern war ich Beobachterin solcher Momente.
Und wirklich – die Freude, die ich in den Gesichtern sah, war ansteckend. M.Diehl
Ein Nachmittag voller Überraschungen
- Kategorie: Aktuelles Torgau
Ein wunderschöner Nachmittag voller Überraschungen in der ZeitOase
„So ein schöner Nachmittag!“ „ Solch schöne und klare Stimmen“ „Welch toller musikalischer Genuss!“ „War das schön!“ So, oder ähnlich konnte man die Stimmen der Dank- und Zeit-Stifter: innen beim Verabschieden in der ZeitOase und auch noch Tage später hören. Eine wahre Begeisterung bei allen Zuhörenden!
Was war der Anlass? Die Geschwister Philipp und Johanna Petter, welche seit vielen Jahren die Musik als ihr Hobby, ihre große Leidenschaft entdeckt haben, beschenkten die Besucher der ZeitOase mit einem wunderschönen Programm auf höchstem Niveau. Ob auf dem Klavier oder mit ihren Stimmen, die Ruhe im Raum ließ erahnen, wie „andächtig“ und ergriffen ein jeder von dieser Musik und der Aufführung war. Applaus und Zugabe waren das Dankeschön für die beiden Geschwister, besser gesagt an alle drei Überraschungsgäste. Begleitet wurden sie nämlich von ihrer Großmama, welche die musikalische Laufbahn der Beiden seit Kindheitstagen an mit großem Interesse begleitet.
Da Essen ja bekanntlich Leib und Seele zusammenhält, beschenkten sie uns nicht nur mit diesem musikalischen Hochgenuss, sondern hatten auch noch einen köstlichen Gaumenschmaus für die Kaffeetafel im „Gepäck“.
Es heißt auch: „Wo man singt, da lass dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder.“ Dank Herrn Frackowiak, der treu Woche für Woche seine Zeit schenkt und uns auf dem Klavier begleitet, gehört das gemeinsame Singen zur Normalität, darf bei keinem Beisammensein fehlen, so auch an diesem Nachmittag.
Friedrich Theodor Vischer pflegte bereits vor über einhundert Jahren zu sagen: „Mach anderen Freude! Du wirst erfahren, dass Freude freut.“ Dass dieser weise Spruch auch in der heutigen Zeit noch aktuell und wahr ist, durfte ein jeder an diesem Tag erfahren.
Herzlichen Dank für diesen wunderschönen Nachmittag!
Friedenslicht
- Kategorie: Aktuelles Magdeburg
Vor einem Jahr gestalteten wir in der ZeitOase eine Kerze, mit deren Entzünden wir immer wieder unseren Wunsch nach Frieden in unserem kleinsten Umkreis, aber auch draußen in der großen Welt zum Ausdruck bringen wollten.
Denke ich an die Gesprächsrunden in den ersten Wochen dieses Jahres hier in unserer ZeitOase, dann kann ich berichten, dass uns dieses Thema bei jedem Treffen sehr bewegt hat.
Wenn wir einander zuhören und uns gegenseitig achten, wenn wir immer wieder Brücken zum anderen bauen und sie auch begehen, dann entstehen Friedensoasen.
Am 8. Februar 2023 erlebte ich mit der Stiftungsgruppe ein übliches Kaffeetrinken, aus dem sich spontan eine sehr angeregte Gesprächsrunde entwickelte. Vielmehr wurde es sogar eine gemixte Unterrichtsstunde für alle Teilnehmenden aus Syrien, Afghanistan, Deutschland. Wir erweiterten unsere geografischen Kenntnisse, hatten Religionskunde dabei und die aktuelle Politik kam ebenfalls zur Sprache.
Auch der 11jährige Jadd begleitete seine Oma Mouluda an diesem Tag zum Stiftungsnachmittag. Als sei es das Selbstverständlichste auf der Welt, machten wir uns gemeinsam auf den Weg, um ältere Menschen aus dem Pflegeheim abzuholen in die ZeitOase. Er spricht inzwischen so gut unsere Sprache, dass er an diesem Nachmittag auch als Brückenbauer in unserer gegenseitigen Verständigung agierte.
Die Kerze ist fast heruntergebrannt. Wir werden in den nächsten Tagen eine neue aufstellen. Und wir wollen, dass sie nicht nur die ZeitOase erhellt, sondern dass dieses Friedenslicht in unseren Herzen brennt. M.Diehl